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120 Helfer bei Lahnuferreinigung 2022

Vorsitzender Sascha Gronau ist entsetzt: Unbekannte betreiben in der Lahn und im Elbbach offensichtlich mit illegalen Reusen Wild-Fischerei.

Besorgniserregende Funde

Aktive des Sportanglervereins sammeln Müll - Unterstützung von den Royal Rangers Pfadfindern

Limburg -Nach einer Corona-Pause im vergangenen Jahr konnten die Aktiven des Sportanglervereins Limburg am Samstag endlich mal wieder ihre Lahnuferreinigung durchführen. 120 Helfer waren vier Stunden lang ehrenamtlich an der Lahn von Steeden bis Höhe Schloss Oranienstein in Diez sowie am Elb-, Ems- und Wörsbach unterwegs, um die Ufer vom Wohlstandsmüll zu befreien. Beide Ufer der Gewässer gerechnet mussten die Mitglieder des Sportangelvereins insgesamt 56 Kilometer Ufer ablaufen. Unterstützt wurden sie dabei auch von 15 Kindern der heimischen Royal Rangers Pfadfinder sowie von fünf Betreuern.

Der Sportanglervereinsvorsitzende Sascha Gronau erklärte beim Abschluss auf der Limburger Lahninsel: "Weil wir zwei Jahre nichts machen konnten, haben wir mehr Müll als sonst gefunden". Der Verein unterstütze die Stadt Limburg gerne freiwillig bei der Ufer-Reinigung, weil er ja die Angel-Rechte an der Lahn gepachtet habe und folglich auch ein Eigeninteresse daran habe, dass sich das Umfeld des Flusses weiter in einem guten Zustand befinde.

Von Mitarbeitern der Stadt Limburg wurden die 22 Kubikmeter gesammelter Müll dann zur Kreisabfalldeponie Beselich gefahren. Auch der Landkreis Limburg-Weilburg, vertreten durch Landrat Michael Köberle (CDU), unterstützt die Aktion des Vereins jedes Jahr gerne, so dass auf die fleißigen Helfer natürlich keinerlei Entsorgungskosten zukommen.

 

Bürgermeister moniert Entsorgung von Reifen

Sascha Gronau sagte, dass es sicher auch unter Anglern das eine oder andere schwarze Schaf gebe, das Müll am Ufer liegen lasse. Die breite Mehrheit der Angler unterstütze aber den Umweltgedanken und wolle, dass die in der Lahn vorhandenen Fisch- und Pflanzenarten dauerhaft erhalten blieben. Deshalb ärgerte es den Elzer Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) als einen der Unterstützer der Aktion sehr, dass viele Zeitgenossen völlig überflüssigerweise alte Autoreifen in der Lahn entsorgten.

Sascha Gronau berichtete, dass bei der Ufer-Reinigung auch alte Matratzen, Autositze und Plastikfässer gefunden wurden. Sauer war Gronau über einen anderen Fund, der nichts mit Müll zu tun hatte. Es geht um Fälle der Fischwilderei in der Lahn und im Elbbach. Dort wurden illegale Reusen gefunden, in die mit einem Köder unter anderem Aale und Döbel gelockt werden und dann nicht mehr entkommen können. Einige in den Reusen gefangene Fische haben die Mitglieder des Sportanglervereins befreit und drei illegale Reusen beseitigt. Sascha Gronau wies darauf hin, dass die Aktiven das Ufer künftig genauer überwachen würden. Er warnte den oder die Täter vor weiteren Verstößen. Denn wenn die Verursacher ermittelt und angezeigt werden könnten, könne das richtig teuer werden. Fischwilderei ist seinen Aussagen nach alles andere als ein Kavaliersdelikt. Sie könne zu einer Geldstrafe von bis zu 5000 Euro führen. Wer Spaß am Angeln hat, sollte, statt es illegal zu probieren, lieber auf geordnetem Wege im Sportanglerverein betreiben.

 

Nachwuchsgruppe mit 40 Aktiven

Dieser hat derzeit 635 Mitglieder und bietet auch Angel-Kurse an. Beispielsweise gibt es eine Nachwuchsgruppe mit 40 Aktiven. Die Angler fangen aber nicht nur Fische aus der Lahn, sondern pflegen laut Gronau auch die Fischbestände. Denn auch die Angler hätten wenig davon, wenn es am Ende keine Fische in der Lahn mehr geben würde. So werden regelmäßig die Fischbestände und die Wasserqualität geprüft. Es gebe, wie der Vorsitzende erläuterte, verschiedene Ansiedlungsprogramme, beispielsweise für Nase, Quappe und den Lachs.

Wer Lust hat, mitzumachen, findet auf der Vereins-Webseite unter sav-limburg.de die nötigen Infos und Ansprechpartner. Interessierte können sich auch einfach direkt bei Sascha Gronau unter (0177) 7 48 45 54 oder per E-Mail an info@sav-limburg.de melden.

(Von Robin Klöppel, NNP vom 20.03.2022)